Pacing bei ME und Post-COVID:

Warum weniger manchmal mehr ist

Vielleicht kennst du das: Du hast einen etwas besseren Tag und möchtest endlich etwas erledigen. Eine Kleinigkeit im Haushalt, ein Telefonat oder vielleicht einen kurzen Spaziergang.

Währenddessen geht es dir einigermaßen gut. Doch am nächsten oder übernächsten Tag verschlechtern sich deine Symptome deutlich.

Bei ME und einem Teil der Menschen mit Post-COVID kann dahinter eine sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM) stecken.

Wenn Belastung mehr kostet, als du zunächst bemerkst

PEM bezeichnet eine Verschlechterung der Symptome nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sozialer Belastung.

Das Besondere daran: Die Reaktion kann zeitverzögert auftreten, häufig erst nach 12 bis 48 Stunden. Und sie kann über Tage oder länger anhalten.

Deshalb ist es oft so schwierig, die eigene Belastungsgrenze einzuschätzen. Denn nur weil sich etwas im Moment machbar anfühlt, bedeutet das nicht unbedingt, dass dein Körper diese Belastung gut verkraftet.

Was Pacing damit zu tun hat

Pacing bedeutet, die eigenen Aktivitäten möglichst an die tatsächlich verfügbare Belastbarkeit anzupassen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Tag ein bisschen mehr zu schaffen. Sondern darum, Überlastungen und damit verbundene Symptomverschlechterungen möglichst zu vermeiden.

Das kann bedeuten, eine Aktivität aufzuteilen, frühzeitig Pausen einzuplanen oder an manchen Tagen weniger zu machen als an anderen.

Und manchmal bedeutet es auch, etwas nicht zu tun, obwohl du es dir sehr wünschst.

Pacing ist keine Frage von Disziplin

Was dabei leicht vergessen wird: Nicht jede Belastung lässt sich vermeiden.

Arzttermine, Körperpflege, Familie oder andere notwendige Aufgaben kosten Energie – unabhängig davon, wie wenig davon gerade zur Verfügung steht.

Wenn du trotz aller Vorsicht einen Crash erlebst, bedeutet das deshalb nicht, dass du dein Pacing falsch gemacht hast.

Auch mit gutem Energiemanagement lässt sich PEM nicht immer verhindern.

Pacing soll dir helfen, deine begrenzten Ressourcen besser zu schützen. Es soll nicht zu einer weiteren Aufgabe werden, bei der du das Gefühl hast, alles richtig machen zu müssen.


Wissenschaftliche Grundlagen

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